#160 KompetenzPraktikum - Prof. Dr. Werner Sauter und Mustafa Yazgi

Shownotes

Erinnerst du dich an dein eigenes Schülerpraktikum?

Kaffee kochen, kopieren, danebenstehen. Eine Woche lang zuschauen, wie andere arbeiten und am Ende kaum klüger als vorher.

Genau hier setzen meine beiden Gäste an. Mustafa Yazgi, Initiator des KompetenzPraktikums, sagt es unmissverständlich: „Stoppt die Kompetenzkatastrophe."

Prof. Dr. Werner Sauter, einer der prägenden Vordenker für Kompetenzentwicklung und Corporate Learning im deutschsprachigen Raum, bringt es auf den Kernsatz: „Selbstorganisiertes Handeln lässt sich nur handelnd erlernen." 

Gemeinsam haben die beiden ein Modell entwickelt, das das klassische Praktikum vom Kopf auf die Füsse stellt. KI spielt darin eine Rolle. Aber nicht als Selbstzweck, sondern als das, was sie in guter Bildung sein sollte: ein didaktisches Werkzeug. Eine Diagnostik, die vorab Stärken sichtbar macht. Ein KI-Lernpartner, der die Jugendlichen täglich begleitet, ohne ihnen das Denken abzunehmen. Ein digitales Portfolio, das Komplexität reduziert, statt zu überfordern.

In dieser Episode sprechen wir über das, was an Schülerpraktika seit zwanzig Jahren schiefläuft. Über „Bildungsgerechtigkeit" und die Frage, ob gute Berufsorientierung wirklich vom Netzwerk der Eltern abhängen muss. Über Ausbildungsabbrüche, die in Deutschland wie in der Schweiz rund ein Viertel der Jugendlichen betreffen. Und über etwas, das mich als Bildungsfachmann besonders umtreibt: den „Dreiklang des Lernens" aus Lernen alleine, mit anderen und mit KI.

Könnte er die Blaupause sein für Workplace Learning in der Erwachsenenbildung?

Ein Gespräch über Berufsorientierung, das weit über die Schule hinausreicht. Über KI, die der Didaktik dient … und nicht umgekehrt. 

🎧🎧🎧 Reinhören lohnt sich.

Webseite von Prof. Dr. Werner Sauter:  https://valcom.app/

LinkedIn Prof. Dr. Werner Sauter: https://www.linkedin.com/in/prof-dr-werner-sauter-07202228/

Webseite von #KompetenzPraktikum: https://www.kompetenzpraktikum.de/

LinkedIn von Mustafa Yazgi: https://www.linkedin.com/in/mustafa-yazgi-178421369/

Du bist Trainer:in, Ausbildner:in oder Coach und willst Lerninhalte klarer und wirkungsvoller gestalten?

Dann unterstütze ich dich gerne dabei. Vereinbare gleich hier ein Kontaktgespräch: education-minds.ch/kontakt

Transkript anzeigen

00:00:00: Dual hängt die Qualität der Berufsorientierung noch viel zu stark vom sozialen Umfeld und den Netzwerken der Eltern hat.

00:00:07: Manche Jugendliche kommen dadurch früh, wirklich mit spannenden Betrieben, sei es in der Raumfahrtsforschung im Jülich

00:00:14: etc.,

00:00:16: oder anderen Vorbildern und ganz konkreten Entwicklungsmöglichkeiten in Kontakt andere eben nicht.

00:00:23: durch die Kombination aus KI gestützter Kompetenzdiagnostik und der individuellen Lernbedeiltung Und diesem gesamten, didaktisch strukturierten Praktikungsprozess schaffen wir erstmals eine deutlich gerechtere Auslandslage.

00:00:39: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode meines

00:00:42: Podcasts Education

00:00:43: Mails – Didaktische Reduktion und Erwachsenenbildung!

00:00:48: Ich bin Ivo Höst,

00:00:49: Trainer- und Fachbuchautor und unterstütze Unternehmen in Situationen und Bildungsorganisationen ihre Arbeit im Bereich der Erwachsenenbildung zu professionalisieren.

00:01:00: In diesem Podcast spreche

00:01:01: ich mit kompetenten Gästen

00:01:03: über innovative

00:01:04: Formen der Bildungsarbeit.

00:01:06: Du gewinnst wertvolle Hinweise und

00:01:08: Inputs

00:01:09: rund um das Thema didaktische Reduktion

00:01:11: und Erwachsenenbild.

00:01:13: Ich freue mich, dass du heute wieder dabei bist!

00:01:16: Willkommen zu einer neuen Folge von Education Pights – Didaktische Reduktion

00:01:21: und Erwachsene Bildung.

00:01:23: Heute sind

00:01:23: gleich zwei Gäste bei mir im Studio Und das passt ja gut zu unserer Podcast-Reihe, weil es um ein Konzept geht, das aus interessanter Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis entstanden ist.

00:01:35: Mustafa Ayaski ist Initiatur des Kompetenzpraktikums.

00:01:40: Er bringt die Perspektive aus der Schul- und Berufsorientierungspraxis mit und sagt in aller Deutlichkeit Stoppt die Kompetenzkatastrophe!

00:01:50: Prof.

00:01:50: Dr.

00:01:50: Werner Sauter ist wissenschaftlicher Leiter des Walcom Instituts und Senior Consultants des One-Click Learning GmbH.

00:01:59: Er ist Fachbuchautor, Drehbuchautore für werte und kompetenzorientierte Onlinekurse, Lernbegleiter für zertifizierte Skills Managerinnen und Skillsmanager und gleichzeitig einer der prägensen Vordenker im deutschsprachigen Raum wenn es um Kompetenzentwicklung und Corporate learning geht.

00:02:18: Sein Kernsatz lautet selbst organisiertes Handeln lässt sich nur handelnd erlernen.

00:02:26: Gemeinsam haben Werner und Mustafa das Kompetenzpraktikum entwickelt, ein Modell, dass das klassische Schülerpraktikum vom Kopf auf die Füße stellt und KI nicht als Selbstzweck einsetzt sondern aus didaktisches Werkzeug.

00:02:41: Werner, Mustafa schön, dass ihr heute bei mir im Studio auf Besuch seid!

00:02:46: Ja hallo, vielen Dank für die Einladung.

00:02:51: Dieses Thema ist uns besonders wichtig, weil wenn wir heute den aktuellen Fachkräftemangel sehen und gleichzeitig aber die große Verunsicherung der jungen Leute wo sie sich beruflich hin entwickeln sollen dann wird das Thema Schülerpraktikum immer wichtiger.

00:03:11: Und zwar unter dem Aspekt hier wirklich Orientierung zu bieten für den weiteren beruflichen Weg und gleichzeitig aber auch bereits erste Kompetenzen aufzubauen.

00:03:24: Ja,

00:03:24: vielen Dank für die Einladung von mir!

00:03:27: Ich kann mich dem Ganzen nur anschließen – ganz besonders geht es mir vor allem darum, Jugendlichen, Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen von morgen vorzubereiten.

00:03:38: Mustafa, du sagst «auf die Anfordrungen von Morgen vorbereiten».

00:03:43: Ich will ja immer die Zuhörende in der Podcast-Reihe auf das kommende Gespräch Vorbereiten und traditionell ist meine Einstiegsfrage immer, erzählt mir etwas aus eurem Leben.

00:03:55: Ich bin neugierig von euch zu erfahren was ist eure Beobachtung?

00:04:01: Was ist die Ausgangslage, die euch zu dem Punkt gebracht hat an dem ihr gesagt habt so wie es ist kann das nicht länger bleiben.

00:04:08: Also mein Schlüsselerlebnis war hier die Bekanntschaft mit den Professoren John Alpenbeck und Lutz von Rosenfdiel, die in den neunziger Jahren ein großes Projekt zum Thema Kompetenzentwicklung durchgeführt haben.

00:04:25: Das war vom Bundesvorführungsministerium mit mehreren Millionen gefördert.

00:04:30: Und als wir uns kennengelernt haben ist mir sehr deutlich geworden dass die Arbeit, die ich bis dahin geleistet habe Zwar in Richtung Kompetenzorientierung ging, aber das noch nicht so poetiert auf den Punkt gebracht hat.

00:04:49: Und seither haben wir unsere Zusammenarbeit sehr vertieft und mit John Arbenbick habe ich auch zu diesem Thema ja eine ganze Reihe vom Büchern zwischenzeitlich veröffentlicht.

00:05:01: Ich habe über viele Jahre als Lehrkraft Praktika mitorganisiert und umgesetzt und habe insbesondere erlebt wie junge Menschen Praktik absolvieren ohne wirklich zu verstehen, welche Stärken sie eigentlich mitbringen.

00:05:15: Gleichzeitig habe ich gesehen wie Lehrkräfte Eltern und Betriebe kaum gemeinsame Transparenz über die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler haben.

00:05:24: Besonders beschäftigt hat mich aber dabei dass viele Potenziale verloren gehen weil Berufsorientierung oft standardisiert statt wirklich individuell gedacht wird.

00:05:34: Irgendwann kam der Punkt an dem ich gesagt habe wir brauchen ein System dass individuelle Kompetenzen sichtbar macht, Menschen begleitet und lernen viel stärker personalisiert.

00:05:45: Genau daraus ist gemeinsam mit dem Professor Dr.

00:05:48: Werner Sauter die Idee des Kompetenz-Praktikums

00:05:51: entstanden.".

00:05:51: Was

00:05:51: wollen wir heute aufgreifen?

00:05:53: Kompetenspraktikum!

00:05:55: Und Mustafa Duas ja gerade angedeutet wenn sich Erwachsene heute an ihr eigenes Schülerpraktikkum zurück erinnern dann fällt ihnen vielleicht auf das damals ein wesentlicher Teil aus Kaffee kochen und kopieren bestand.

00:06:12: Und ich überlege mir gerade, wie läuft das heute?

00:06:16: Vielleicht zwanzig dreißig Jahre später diese Schülerpraktikas, woran scheitern die nach deiner Einschätzung am häufigsten?

00:06:25: Also viel verendert hat sich nicht!

00:06:29: Das Hauptproblem liegt in einem massiven systemischen Vakuum, bei dem am Ende niemand mehr die echte Verantwortung für den Lernerfolg übernimmt.

00:06:38: Heute immer noch und damals auch.

00:06:39: Ich habe ja auch Praktika vor zwanzig-fünfzehn Jahren noch selber als Praktikant erleben dürfen und knapp zwanzich dreißig Jahre später als Lehrkraft organisiert.

00:06:54: Dabei würden die Lehrkräfte, die Schüler in der Praxisphase viel intensiver begleiten wollen.

00:06:58: Sind aber durch den regulären Schulbetrieb und den Lehrermangel komplett an das Schulgebäude gefesselt.

00:07:04: In meiner Wahrnehmung war es so dass man vielleicht ein bis zweimal eine Praktikanten besuchen konnte.

00:07:12: am Praktikumplatz.

00:07:14: Auf der anderen Seite kämpfen die Unternehmen mit akutem Fachkräftemanneln, haben im dichten Alltagsschäft schlichtweg keine Zeit für eine pädagogisch tiefgehende Betreuung.

00:07:24: Die Jugendlichen werden dadurch ins kalte Wasser geworfen und sind oft völlig auf sich allein instellt und müssen irgendwie versuchen sich in der komplexen Arbeitswelt zurechtzufinden.

00:07:33: Werner

00:07:34: ich will dir den Ball zu rollen?

00:07:37: Eingangs habe ich ja gesagt ein Motto von dir lautet handeln lernt man nur durch Handeln.

00:07:43: Und was heißt das konkret für das Kompetenzpraktikum?

00:07:46: Wie wird aus dem Passiven beobachten, dass wir eben aus den klassischen Praktikum kennen.

00:07:52: Wie wird daraus ein aktiver und vielleicht auch ein didaktisch strukturierter Lernprozess?

00:07:58: Es ist eigentlich ein ganz einfacher Sachverhalt!

00:08:02: Wir müssen uns nur mal daran erinnern wie wir alle Autofahren gelernt haben.

00:08:07: Wir haben ja Autofahren nicht in den Seminarräumen der Fahrschule gelernt, aufgrund des Vortrags des Fahrlehrers.

00:08:15: Sondern die Kompetenz zum sicheren und achtsamen Autofarm haben wir erst dann aufgebaut als wir uns selbst an der Steuer gesetzt haben Und dieses Prinzip übertragen wir auf unser Lernkonzept.

00:08:30: Wir gehen also weg von der Fiktion, dass man Wertekompetenzen vermitteln könnte – das hat die Lernforschung wirklich über Jahre breit nachgewiesen was es nicht möglich ist und kommen hin zu Lernengagements, in denen wir das Lernen in den Arbeitsprozess verlagern.

00:08:50: Das heißt unser Ziel ist die Schüler bauen ihre Kompetenzen in der Praxis auf indem sie von Anfang an dann gezielt konkrete Aufgabenstellungen dort bearbeiten.

00:09:04: Das ist interessant für mich, dass du das Beispiel des Autofahrens hier einbaust.

00:09:08: Weil in meinem Familiensystem unsere Tochter ist inzwischen neunzehn, ist gerade daran selber auch Auto fahren zu lernen.

00:09:16: und dort habe ich natürlich auch früh gesagt lass uns nach draußen gehen lasst uns selber üben!

00:09:21: Du hast die Fahrstunde, du hast die Theorie-Stunde aber dann hast du auch Übungsraum Natürlich immer nach jeder Übungsfahrt auch eine kurze Manöverkritik.

00:09:32: Ein Feedback, eine Reflexion und ich bin jetzt interessiert zu hören wenn ihr ja bei eurem Konzept vorgeht ist diese Diagnostik von der Praktikum ganz wichtig.

00:09:45: bevor die Jugendlichen überhaupt in den Betrieb gehen setzt ihr eine KI gestützte Diagnostic Welcome Software ein.

00:09:52: Mustafa wie können wir uns das vorstellen?

00:09:54: was passiert da genau?

00:09:56: Wie entsteht ein Stärkenprofil, das wirklich tragfähig ist?

00:09:59: Und warum ist dieses Matching zum Berufsfeld so entscheidend für das was dann später im Praktikum passiert.

00:10:06: Ein Stärkumprofil entsteht durch die Interaktion mit der KI wir und mit unserer Berufsvorbereitung Lernmodule, die wir im Kompetenzpraktikum schon vor der ersten Praxisphase umsetzen.

00:10:23: In dieser Phase wird dann die Werte- und Kompetenziagnostik digital gemacht, so dass die Schülerinnen und Schüler schon vor Beginn des Praktikums komplette Transparenz über ihre Fähigkeiten erhalten.

00:10:36: Über ihr Ausgehen von ihren Hobbys, ausgehen von ihrem bisherigen Erfahrung.

00:10:41: Man muss sich das so vorstellen.

00:10:42: in der Regel ist das Praktikum der erste Berührungspunkt eines Jugendlichen mit der realen Arbeitswelt Und ohne zu wissen, was man überhaupt draufhaut und dementsprechend in diese Arbeitswelt hineingeht empfinde ich persönlich als nicht sehr zielführend.

00:11:00: Schülerinnen und Schüler sollen von Anfang an wissen, Was sie schon mitbringen und wo man diese Fähigkeiten, diese Kompetenzen gezielt einsetzen könnte.

00:11:10: Ausgehend von diesen Erkenntnissen fördern wir das Matching zu dem jeweiligen Fund dem Schüler gewünschten oder im Dialog mit dem KI bestgestellten Berufsfeld.

00:11:23: Die Jugendlichen gehen nicht einfach irgendwo hin, am Ende weil sie den Betriebsleiter zufällig kennen sondern in einem Lernumfeld das zu ihren individuellen Potenzialen passt und Entwicklungen ermöglicht um berufliche Orientierung zu

00:11:36: gewinnen.".

00:11:37: Das klingt interessant für mich und ich habe so verstanden euren Ansatz ist – Im Praktikum selber.

00:11:43: dann werden die Jugendlichen täglich von einem KI-Lernpartner begleitet, den ihr VIA nennt.

00:11:52: Und wie müssen sich das unsere Zuhörenden vorstellen?

00:11:56: Da steht vielleicht eine Jugendliche in der Kita oder ein Jugendlicher steht irgendwo in einer Kraftfahrzeugwerkstatt und VIA ist mit dabei!

00:12:07: Was tut diese KI so einen Moment?

00:12:09: und vielleicht auch was tut sie bewusst

00:12:11: nicht?!

00:12:12: Ja, ich will mal beim letzten Anfang.

00:12:15: Wir sind ja alle gewohnt so zu lernen dass wir erstmal wenn wir vor einer Herausforderung stehen erst einmal das gesamte Wissen uns aufsaugen entweder über einen Vortrag oder Lernprogramm.

00:12:31: da machen wir vielleicht noch ein paar Übungen dann sind wir sogar qualifiziert Und dann wurden wir meist nach Hause geschickt und die Studien zeigen ganz klar, dass von diesem Wissen was man auf diese Weise aufbaut weniger als zehn Prozent in der Praxis angewandt wird.

00:12:50: Wir gehen deswegen anders vor.

00:12:52: wenn jetzt diese Jugendliche in der Kita eine neue Aufgabe übertragen bekommt von der Kita-Leiterin dann wird sie zunächst mal mit der KI in den Dialog gehen.

00:13:07: Wird sich vielleicht zunächst einmal von der KI die Problemstellung erklären lassen?

00:13:12: Dann beauftragt Sie, die KI mache mir doch meinen Vorschlag wie ich dieses Problem am besten bearbeite und dann fängt sie mit dem ersten Teilschritt aus diesem Vorschlag an.

00:13:24: Dann wird sie ganz schnell merken... Mir fehlt da das notwendige Fachwissen, woher soll's es auch haben.

00:13:32: Dann geht sie wieder in den Dialog mit der Kali und sagt ich verstehe dass nicht erkläre mir mal wie ich jetzt diese Teilaufgabe gestalten muss Und die KI kuratiert dann das notwendige Wissen.

00:13:45: Das heißt, aus einem vorhandenen Wissenspool stellt sie der Schülerin genau das Wissen zur Verfügung, was sie benötigt um diese Problemstellung zu bewältigen und die Schülerin wendet dann dieses Wissen sofort an.

00:14:01: Das heisst wir haben nicht diesen Ververgessensverlusten, den wir sonst haben sondern sie wendelt sofort an und was ganz wichtig ist sie stellt dann auch sofort fest, ob sie wirklich alles verstanden hat.

00:14:14: Und falls sie es nicht verstanden haben kann sie wieder nachhagen und so weiter.

00:14:19: Wir nennen dies einen Sokratischen Dialog, weil wir ja aus der Antike wissen dass Sokrates sich durch kluge Fragen zur Erkenntnis durchgefragt hat.

00:14:31: Und damit verändert sich natürlich das Learning grundlegend wird sehr viel effizienter und vor allen Dingen auch motivierender, weil das Learning die dazu das akute Problem am Arbeitsplatz oder Ausbildungsplatz dann zu bewältigen.

00:14:47: Du bringst dir den so kratischen Dialog aus der Antike ein und Werner habe ich dich richtig verstanden, was wir ganz bewusst nicht tut ist eben fertige Antworten vorzugeben oder gar die fachliche Anleitung des Betriebers zu ersetzen.

00:15:01: Das ist vollkommen richtig, das ist im Prinzip der Coaching-Einsatz.

00:15:07: Die KI wird zum Sparrowing-Spartner.

00:15:09: Sie gibt Impulse und Anregungen.

00:15:13: Sie schlägt auch mal vor etwas auszuprobieren.

00:15:16: Und was ganz wichtig ist, sie gibt auch Rückmeldungen, auch kritische Rückmeltungen so dass dann wirklich ein echter Dialog entsteht und zwar nicht nur dann wenn die Lehre zufällig Zeit hat sondern für am Tag und sieben Tage in der Woche.

00:15:33: Sie steht also den Schülerinnen permanent zur Verfügung, schafft damit auch eine relativ hohe Sicherheit im Umgang mit diesen neuartigen

00:15:43: Herausforderungen.".

00:15:44: Sehr schön!

00:15:45: Also ich habe bisher verstanden es ist nicht irgendein Kontrollwerkzeug sondern wirklich so ein digitaler Mentor, der den Jugendlichen hilft aus einer Pflichtpräsenz tatsächlich eine Art selbst organisiertes Lern-Erlebnis zu machen.

00:16:00: Du hast genau den richtigen Begriff eingebracht.

00:16:04: Es geht letztendlich darum, mithilfe der KI die Fähigkeit zum selbstorganisierten Learning und Arbeiten, die ja dann jetzt zusammenwachsen aufzubauen und systematisch zu entwickeln.

00:16:18: Werner, wir sprechen ja in diesem Podcast viel über didaktische Reduktion und betriebliche Abläufe sind oft komplex.

00:16:27: Sind über Jahre gewachsen und ich stelle mir mal vor für einen vierzehn-fünfzigjährigen jungen Menschen erst einmal eine große starre Wand die da im Raum steht.

00:16:41: Ich überleg mir gerade, wie reduziert ihr diese Komplexität didaktisch sinnvoll?

00:16:46: Wie sind die Tagesaufgaben im digitalen Portfolio aufgebaut, damit eben Jugendliche selbstständig in die Tiefe gehen können ohne sich total überfordert zu fühlen.

00:16:57: Wir brechen die oft überwältigende Komplexitäten der betrieblichen Abläufer durch zielgruppengerecht individualisierte Tagesaufnahmen herunter.

00:17:07: Jede Aufgabe ist dabei so gestaltet, dass der Jugendliche ein ganz bestimmtes Phänomen oder einen Prozess im Betrieb beobachtet und hinterfragen muss.

00:17:18: Konkret geht es zum Beispiel um einen Tagesgeschäft in einem KFZ-Betrieb, der wahren Teile liefern muss, der muss die ganze Logistik organisieren – das sind sehr komplexe Arbeitsabläufe wie du richtig festgestellt, dass ein vierzehn-fünfzehnjähriger so gar nicht erst kennt.

00:17:38: Aber er kann die Prozesse beobachten und er kann daraus ableiten was für ihn vielleicht in einem nächsten Arbeitsschritt oder einen nächsten Arbeitstag machbar ist.

00:17:49: Dadurch gewähren wir das der Schüler oder die Schülerin durch die Fülle an neuen Eindrücken nicht erschlagen wird sondern sich Konkret zum Beispiel in dem KFZ-Betrieb auf einen ganz bestimmten Arbeitsprozess konzentriert und durch diesen jeweiligen Kontext, die jeweilige Arbeitsrealität in dem jeweiligem Praktikungsplatz erfährt.

00:18:14: dass ermöglicht es ihnen selbstständig in die Tiefe zu gehen, ohne von der neuen Umgebung mental überfordert zu sein.

00:18:20: Also was Mustafa gerade angesprochen hat ist der eigentliche Paradigmenwechsel in diesem Konzept.

00:18:28: Wir kommen ja alle aus einer Leer-Lernwelt, wo die Schüler nach einem Curriculum, welches für alle Schüler gleich ist, dann belehrt werden.

00:18:39: Wir wissen aber aus der Lernforschung dass in einer Gruppe von Schülern der langsamste Lärmer neunmal so lange braucht im Durchschnitt um etwas zu verarbeiten wie der schnellste Lörmer.

00:18:52: trotzdem wurden alle über einen Kamm geschoren und wir sind jetzt mithilfe der KI in der Lage Einmal aus der Skills Diagnostik individuelle Lernziele abzuleiten, die exakt auf den Bedarf der jeweiligen Schülerinnen und Schüler passen.

00:19:10: dann entsprechende adaptive Lernquade, die personalisiert sind abzuleiten.

00:19:15: So dass jede Schülerin jeder Schüler genau nach ihrem Bedarf und nach ihrem Lerntempo in diesem Prozess lernen kann – das ist natürlich ein fantastischer Wechsel der Lernkonzeption, der zu sehr viel mehr Effektivität im Lernen führt!

00:19:36: Du

00:19:36: zeichnest hier, ich sag mal ein idealistisches Bild von einem adaptiven Lernweg.

00:19:42: Ich probiere einmal eine kritische Position von einer Lehrkraft einzunehmen und euch eine provokative Frage zuzuspielen.

00:19:51: KI Diagnostik Digitale Lernpartner digitales Portfolio irgendeinen Dashboard wo das alles draufläuft?

00:19:59: da kann ich mir vorstellen dass die Lehrkräfte dann natürlich auch als erstes kritisch anmerken, das klingt noch mehr Arbeit.

00:20:08: Wie schaut es wirklich aus?

00:20:10: Was nimmt das System den Lehrkräften ab und wo müssen die Lehrkräfte tatsächlich aktiv werden?

00:20:17: Ja gut bisher war es ja so dass es Aufgabe des jeweiligen Lehrer war da Schüler praktikum zu initiieren und zu organisieren war mit Verwaltungsarbeit verbunden, manchmal auch mit vielen Telefonaten und Ähnlichem.

00:20:34: Und jetzt gehen wir so vor dass wir mithilfe der KI es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen einmal sich selbst so diagnostizieren, ein klares Bild zu bekommen in welche Richtung sie gehen möchten.

00:20:50: Die KI unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei dann auch einen entsprechenden Praktikumsplatz zu finden indem sie sie beispielsweise bei der Formulierung ihrer Bewährungsmappe dann dann unterstützt Und somit wird die Verantwortung für das Schülerpraktikum primär in die Hände der Schülerinnen und Schüler gelegt.

00:21:14: Die Lehrkraft ist mehr oder weniger die begleitende Person, die dann angesprochen wird, wenn trotz KI-Unterstützung die Schülerin und Schüler noch Unterstützung benötigen würden.

00:21:26: Aber im Endeffekt sehen wir eine deutliche Entlastung der Lehrkräfte in diesem

00:21:32: Prozess.".

00:21:33: Was klingt interessant für mich?

00:21:35: Ich verstehe dich so, das heißt wirklich die Lehrkräfte müssen nicht mehr jeden einzelnen Lernschritt selber vorbereiten oder diesen Nachverfolgen.

00:21:44: Sie werden zu einer Art Lerncoach, zu einer art pädagogischen Begleitern, die dann einfach dort noch eingreifen wo menschliche Einschätzung oder vielleicht auch Ermutigung wenn mal eine Trockenzeit da ansteht oder Herausforderungen im Raum sind und vielleicht auch wenn es wirklich Klärung braucht.

00:22:01: Letztendlich ändert sich die Rolle des Lehrers vom Lehrenden zum Lernbegleiter.

00:22:10: Die Lehrkräfte sind mehr oder weniger im Hintergrund und werden dann aber auf Initiative der Schülerinnen und Schüler aktiviert, wenn sie tatsächlich trotz der KI Unterstützung benötigen.

00:22:24: Und das entlastet die Lehrkräften natürlich ganz enorm schafft aber gleichzeitig auch Raum für die Lehrkräfte mit ihren Schülern und Schüleren, wenn es dann notwendig ist sich die Zeit zu nehmen um schwierige offene Fragen im persönlichen Dialog zu klären.

00:22:46: Ihr arbeitet mit zwölf spezifischen Kompetenzen vom problemlösenden Handeln bis zur KI-Kompetenz.

00:22:54: Hier bin ich interessiert von euch zu hören Warum genau zwölf Kompetenzen, warum genau diese Zwölfkompetencen?

00:23:02: Und wie werden diese Kompetensen am Ende für die Jugendlichen selbst und für zukünftige Arbeitgeber sichtbar?

00:23:09: über das Kompetenz-Zertifikat?

00:23:12: Wir den Teutel mithilfe der KI in der Lage, Arbeitsmarktdaten aber auch Daten die in Unternehmen gesammelt wurden zu nutzen um daraus jeweils Funktionsspezifische Kompetenzprofile zu entwickeln.

00:23:34: und wir haben dieses Konzept welches nicht im beruflichen Lernbereich sehr bewährt hat.

00:23:40: Haben wir jetzt auch auf die Schüler übertragen für die Gruppe der Schülerinnen und Schüler ein Kompetenzprofil abgeleitet, welches sich an den Anforderungen orientiert mit denen die Schülerinnen in ihrem jeweiligen Praktikum zu rechnen haben.

00:24:03: Und daraus wurden diese zwölf Kompetenzen abgeleitet und für jede dieser Kompetenz haben wir dann entsprechende Handlungsanker definiert.

00:24:13: Das sind also Beschreibungen der ganz konkreten Anforderungen, die im Rahmen des Schülerpraktikums Anfallen.

00:24:22: Und dieses Modell dient dann als Basis, um dann mit einer Selbst- und Fremdeinschätzung hier dann jeweils die Kompetenzen der einzelnen Schülerinnen und Schülern zu erfassen, zu analysieren, zu bewerten, um daraus dann konkrete Empfehlungen

00:24:42: abzuleiten.".

00:24:43: Wir sind ja hier in der Podcastreihe Education Mites – die taktische Eduktion!

00:24:47: Unterwachsene Bildung und ich hole immer auch gerne Bildungsköpfe hinein, die eine kritische Stimme bieten.

00:24:55: Und diese Tage bereite ich auch ein Gespräch mit Alexander Brand vor der gerade das Buch Bildungsweltmeister veröffentlicht hat.

00:25:04: In diesem Gespräch wird es – weil's halt auch im Buch um Bildungsgerechtigkeit gehen.

00:25:09: Auch werde ich die Frage aufgreifen, wie sieht denn das aus wenn heute immer noch oft private Kontakte über die Qualität von einem Praktikumsplatz entscheiden?

00:25:20: Ich stelle vor wer Eltern mit Netzwerk hat kommt in interessante blühende Unternehmen und andere die nicht über dieses Netzwerk verfügen haben es da deutlich schwerer!

00:25:32: Meine Frage an euch trägt euer System dazu bei dass die Qualitäter Berufsorientierung weniger vom sozialen Hintergrund abhängt oder ist das eher ein Nebeneffekt?

00:25:44: Also wir reden hier von zumindest in Deutschland über zunehmend heterogene Lerngruppe und dass es absolut kein Nebeneffect, sondern einen zentraler gesellschaftlicher Kern des gesamten Ansatzes.

00:26:00: Aktuell hängt die Qualität der Berufsorientierung noch viel zu stark vom sozialem Umfeld und den Netzwerken der Eltern hat.

00:26:07: Manche Jugendliche kommen dadurch früh, wirklich mit spannenden Betrieben.

00:26:11: Sei es in der Raumfahrtsforschung in Jülich

00:26:15: etc.,

00:26:16: oder anderen Vorbildern und ganz konkreten Entwicklungsmöglichkeiten im Kontakt andere eben nicht.

00:26:23: durch die Kombination aus KI-gestützter Kompetenziagnostik und der individuellen Lernbegleitung.

00:26:29: Und diesem gesamten didaktisch strukturierten Praktikonsprozess schaffen wir erstmals eine deutlich gerechter Ausstandslage.

00:26:37: Jeder junge Mensch erhält die Chance, eigene Stärken sichtbar zu machen.

00:26:41: Die eigenen Potenziale zu entwickeln und daraus passende Perspektiven zu finden.

00:26:47: Und das unabhängig vom Bildungsstand oder den Kontakten der

00:26:50: Eltern.".

00:27:03: Stolpersteine, was funktioniert noch nicht so wie ihr es euch erhofft habt und wo sagt ihr selbst?

00:27:10: Damit müssen wir noch ein bisschen nachsteuern.

00:27:12: Also der größte Stolparstein ist nicht die Technik wie viele vermuten Die funktioniert wirklich sehr überzeugend sondern es geht hier um die Lernkultur.

00:27:24: Wir haben das vorher im Gespräch vom Mehrfach erwähnt, letztendlich geht es darum, die Selbstorganisationsfähigkeit der Schüler zu fordern und es ihnen zur möglichen selbst organisiert eine erste relativ komplexe Lösung, die für ihr Berufsleben von großer Bedeutung sein kann zu entwickeln.

00:27:46: Und sie kommen, aber die Schüler kommen ja im Regelfall aus einer Lehr-Langkultur durch Fremdorganisation.

00:27:54: Nämlich durch die Fremdarganisation der Lehrkraft hier geprägt ist und deswegen sehen wir das auch als einen spannenden Impuls hier konsequent einen Langprozess bei den Schülern zu initiieren in denen Sie Ihre Kompetenz zum Selbstorganis... lernen und damit zum selbstorganisierten Handeln gezielt entwickeln können.

00:28:22: Und deswegen ist das jetzt auch nicht ein simples Konzept, um da irgendwelche Praktikaplätze zu verteilen, sondern es ist letztendlich ein didaktisch-methodisches Gesamtkonzept welches eingebettet ist in diesem Ansatz der selbst organisierten Entwicklung der eigenen Kompetenzen.

00:28:44: Sehr schön Werner, ich verstehe dich so.

00:28:46: Die KI kann ja viel unterstützen aber sie ersetzt eben nicht die pädagogische Verantwortung und mir gefällt auch diese Einbettung in ein Gesamtkonzept der Kulturveränderungen.

00:28:57: dass du hier skizzierst eine Kultur Veränderung hin zu mehr Selbstorganisation

00:29:02: Ganz richtig.

00:29:03: Also wir trauen hier den Schülern viel zu und wir wissen, die Schüler schaffen das weil sie ja mit Hilfe der KI ein sehr guter System als Hintergrund haben.

00:29:17: Aber letztendlich müssen Sie lernen selbst Entscheidungen zu treffen und dann auch im Arbeitsprozess ihre Arbeitsprozesse selbst so verantworten und umzusetzen.

00:29:29: Ich bereite mich immer auf die Podcastgespräche vor Recherchiere zu meinen Gästen und ihren Berufsfeld.

00:29:36: Und ich habe dort Statistiken aus Deutschland gesehen, dass rund ein Viertel der Auszubildenden ihre Ausbildung vorzeitig abbrechen.

00:29:44: Ich habe dann kurz verglichen und habe gemerkt in der Schweiz sieht es ähnlich aus!

00:29:49: Ein Viertl der Ausgebildende die ihre Ausbildung vorzeitig Und ich überlege mir gerade auch, wenn ein Teil anschließend vielleicht an einem neuen Ort wieder in das duale Berufsbildungssystem einsteigt und weitermacht.

00:30:04: Insgesamt ist ja das ein enormes Problem für die jungen Menschen, für die Betriebe – wir könnten sagen für die Volkswirtschaft!

00:30:13: Ihr habt von euren Diagnosinstrumenten erzählt?

00:30:16: Ihr habt vor euren Analysen berichtet?

00:30:20: Welchen Beitrag Kann so eine Fähigkeitenanalyse oder vielleicht auch ein Skillgap-Analyse am Ende des Praktikums realistischerweise leisten, damit Jugendliche eine Ausbildung wählen die wirklich zu ihnen passt?

00:30:34: Ja du sagst es.

00:30:35: Die Skill Gap Analyse schließt nämlich das Kompetenzpraktikum ab indem sie den Wunschberuf des Jugendlichen direkt mit den real erfahrenen Kompetenzen aus dem Praktikum spiegelt.

00:30:49: Die KI ist in der Lage, das schonungslos aber konstruktiv aufzudecken, woran auch Entwicklungspotenziale liegen und ob die eigenen Erwartungen mit der Realität des Berufs übereinstimmen.

00:31:01: Damit hätten wir schon mal einen richtigen Schritt in Richtung Matching.

00:31:06: Dadurch beenden wir diese gefährliche Orientierungslosigkeit bei der Berufswahl, das dann später auf zu frustrierten Ausbildungsabbrüchen führen kann.

00:31:18: Und die Statistiken hast du ja schon recherchiert, die stehen für sich nicht nur in Deutschland anscheinend.

00:31:25: Wisse ich jetzt dabei dass die Jugendlichen ihre Ausbildung nach dieser Analyse nicht mehr nach Bauchgefühl wählen sondern wirklich auf Basis fundierter selbst erlebter Daten?

00:31:34: Mustafa

00:31:35: Werner!

00:31:36: Ich bin interessiert von euch zu hören dieses Kompetenzpraktikum ist für die Schule konzipiert.

00:31:44: Aber von dir Werner habe ich verstanden, du bist ja seit Jahrzehnten Vordenker für Corporate Learning und mit One-Click-Learning zeigst Du auch wie selbst organisiertes Lernen mit generativer KI im Arbeitsprozess konkret aussehen kann.

00:31:59: Ihr beide sprechen vom Dreiklang des Lernens alleine zusammen mit anderen und jetzt eben auch mit KI.

00:32:06: Könnte dieser Dreiklangen eine Art Blaupause sein?

00:32:10: für Workplace Learning auch in der wachsenden Bildung.

00:32:14: Was müsste man übertragen, was müsste man ganz bewusst anders machen?

00:32:21: Wir stehen ja vor einem Paradigmenwechsel oder befinden uns aktuell mittendrin im betrieblichen Lernen.

00:32:29: Ausgangspunkt ist einfach die Tatsache, dass heute niemand sagen kann, wirklich ernsthaft sagen kann wie unsere Arbeitswelt in fünf oder gar in zehn Jahren aussieht.

00:32:42: Das heißt, die Kernfrage, die wir uns in den Corporate Learning heute stellen, ist, wie bereiten wir die Menschen auf Herausforderungen vor?

00:32:51: Die wir alle noch gar nicht kennen und die sie mit Methoden und Tools zu bearbeiten haben, die noch gar Wenn man das so auf sich wirken lässt, wird einem sehr rasch klar dass man mit dem Vorratslernen welches wir bisher praktiziert haben nicht weiter kommt sondern wir müssen die Menschen befähigen selbst organisiert.

00:33:10: Jetzt sind wir wieder bei diesem Begriff ihre Problemstellungen zu lösen und Daraus ergibt sich jetzt ein fundamentaler Wandel.

00:33:20: Erstens mal, wir gehen weg von den Wissens- und Qualifikationszielen hin zu Werte- und Kompetenzzielen.

00:33:28: also die Haltung und Handlungsfähigkeit ist das Ziel des Learnings.

00:33:33: Daraus ergibt sich, dass wir auch den Ort des Lernens verändern müssen.

00:33:38: Wir müssen weitestehend auf Seminare verzichten und das Lernen dort hinbringen wo es direkt wirksam wird nämlich in dem Arbeitsprozess.

00:33:48: Und der dritte Paradigmenwechsel ist , dass wir den Prozess des Lernen sowie vorher beschrieben als dialogisches Lernen mit der KI gestalten.

00:33:58: Und vor diesem Hintergrund haben die Lerner zukünftig diese drei Möglichkeiten des Learnens.

00:34:06: Erstens mal lernen alleine oder kollaborativ mit anderen, welches immer wichtiger wird, nutzen dabei dann die KI als Planungspartner.

00:34:16: Das heißt, die KI strukturiert ihre Lernprozesse, passt sie auf ihre individuellen Bedürfnisse an Ändert auch, wenn sie merkt, dass die Lernerfolge noch nicht eingetreten ist.

00:34:28: Passt sie auf die LERN-Pfade von sich aus an und macht entsprechende Vorschläge.

00:34:33: Und das dritte ganz neue ist dann dieser so kratzische Dialog mit der KI wo ich dann quasi permanent meinen persönlichen Lernpartnern und Lernbegleiter habe, mit dem ich mich über meine offenen Fragen austauschen kann.

00:34:49: Und dieser Mix aus diesem Dreiklang des Learnens kennzeichnet das zukünftige Lernen.

00:34:58: Wichtig ist, es gibt zwei Teile die sehr stark auf die Menschen bezogen sind und es gibt einen Teil der auch die KI bezogen sind also diese Furcht dass man dann nur noch mit der KI zu kommunizieren hat.

00:35:13: Die dreht sich eigentlich hier völlig ins Gegenteil um.

00:35:17: Sehr schön bei

00:35:18: mir!

00:35:18: ist so die zentrale Botschaft angekommen, lernen alleine.

00:35:22: Das braucht es immer noch.

00:35:23: auch die individuelle Anstrengung dann aber der Austausch mit anderen Lernenden in der Gruppe vielleicht Peer-Learning und schließlich eben dieser dialogische Zusammenarbeit der Austage mit einer KI.

00:35:38: Und ich würde gerne an dieser Stelle gleich mal versuchen zusammenfassen was insgesamt heute in diesem Gespräch bei mir angekommen sind, was die wichtigsten drei Erkenntnisse sein könnten.

00:35:48: Ich habe mir notiert Berufsorientierung gelingt nicht alleine durch Beobachten sondern Berufs Orientierung wird massiv verbessert wenn es ein strukturiertes begleitetes Handeln umfasst und das Kompetenzpraktikum macht das Praktikum vom bloßen Schauplatz zu einem veritablen Lernort.

00:36:10: Zweitens habe ich mir aufgeschrieben nach eurem Ansatz ist KI tatsächlich kein Selbstzweck, sondern im Prinzip auch so ein bisschen ein Hilfsmittel für didaktische Reduktion und ihr arbeitet mit dieser Valkomdiagnostik-Info raus.

00:36:27: Und dann mit diesem Welcome Learning Prozess als Lernbegleiter unterwegs.

00:36:32: Und schließlich gibt es eine Art Dashboard im Hintergrund das wirklich eine Entlastung für Lehrkräfte und Ausbildende darstellt.

00:36:40: die Didaktik bleibt in Zentrum.

00:36:43: Die KI supportet diesen ganzen Prozess.

00:36:46: Drittens habe ich mir notiert, das Modell hat das Potenzial weit über die Schule hinauszuwirken.

00:36:52: Ich habe jetzt am Schluss noch die Frage nach Erwachsenenbildung eingebracht und mich beeindruckt dieser Dreiklang aus individuellem Lernen, aus sozialem Austausch und eben kritischer, adaptiver KI-Begleitung.

00:37:07: Und vielleicht ist ja das tatsächlich... sogar eine innovative Idee, eine Blaupause für die zukünftige Erwachsenenbildung und für das Corporate Learning.

00:37:17: Werner Mustafa!

00:37:19: Was denkt ihr über meine Zusammenfassung?

00:37:21: Was sind eure Ergänzungen?

00:37:22: Also ich kann deiner Zusammenfassung nur zustimmen.

00:37:27: wir sind zum Beispiel aktuell in einem Gespräch im Rahmen der Erwachsendenbildung in einer großen Behörde wo es um das Thema Inklusion geht Und da ist uns deutlich geworden, als wir unser Konzept vorgestellt haben.

00:37:42: Dass dieses Konzept auch gerade in diesem Bereich einen großen Nutzen bringen kann weil natürlich jetzt Menschen die Behinderungen aufweisen sich sehr viel leichter tun wenn sie mit einer KI sprechen können Und damit eröffnen sich hier plötzlich neue Möglichkeiten, die wir Anfangs gar nicht gedacht haben.

00:38:10: Vielleicht noch eine kleine Ergänzung.

00:38:14: Ich denke, das Entscheidende ist in diesem Kontext gar nicht die KI selbst.

00:38:19: Die ist wirklich nützlich und hilfreich und deswegen bauen wir sie ein.

00:38:25: Letztendlich ist aber entscheidend dieses didaktisch-methodische Konzept, dass auf die Selbstorganisationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler abzielt und damit auch dazu beiträgt, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, ihnen Erfahrungen zu ermöglichen.

00:38:41: Und damit Ihnen eine klare Orientierung zu geben, die Ihnen hilft, Ihr kommendes Berufsleben besser zu

00:38:48: planen.".

00:38:50: Ausgezeichnet!

00:38:51: Mustafa, gibt es von dir noch einen wichtigen Gedanken?

00:38:54: Den du den Zuhörerinnen und Zuhören heute mitgeben

00:38:56: willst?!

00:38:57: Ich kann mich deiner Zusammenfassung aber auch den abschließenden Worten vom Professor nur... Ich kann dann nur zustimmen.

00:39:05: Ich wollte auch den Punkt mit der Inklusion nochmal aufbringen, dass das auf jeden Fall ein sehr wichtiger Punkt ist, den wir gerade auch irgendwo im Fokus haben.

00:39:17: Aber das hat der Werner jetzt auch noch mal zusammengefasst.

00:39:19: von daher habe ich eigentlich nichts Großartiges hinzuzufügen.

00:39:21: Ausgezeichnet

00:39:22: am Schluss.

00:39:23: wie immer die Frage hier Wie kann man sich mit euch verbinden?

00:39:26: Wie kann Man sich mit Euch vernetzen?

00:39:29: Mustafa!

00:39:29: Genau, man findet uns auf jeden Fall auf LinkedIn.

00:39:32: Da sind wir beide präsent und wir haben auch eine landing page, eine eigene Webseite die lautet www.kompetenz-praktikum.de.

00:39:44: Ausgezeichnet!

00:39:45: Mustafa Werner ich danke euch für dieses lehrreiche Gespräch.

00:39:49: Ich freue mich auf LinkedIn wieder von euch zu lesen und wie sich euer Konzept entwickelt und im ganzen Dachraum immer weiter diskutiert wird.

00:40:00: Alles Gute mit dem Kompetenzpraktikum!

00:40:03: Vielen Dank auch von unserer Seite für die kritischen Fragen.

00:40:09: Ich denke, wir konnten aufzeigen, dass wir mit diesem Ansatz den Schülerinnen ermöglichen können das Schülerpraktikum nicht nur als Pflichttermin zu absolvieren sondern es tatsächlich als Instrument nutzen zu können um für sich eine persönliche Orientierung zu schaffen.

00:40:30: Ja, auch vielen Dank von mir.

00:40:32: Das war mir eine ganz große Ehre hier mit euch gemeinsam ein Teil des ganzen Großen

00:40:38: zu sein und bin

00:40:41: auch gespannt wie sich das Ganze jetzt entwickeln wird und auch auf

00:40:45: die Umweitung.

00:40:46: Wenn dir diese Podcast-Folge gefallen hat dann freue ich mich über einen Like und eine positive Bewertung auf Apple und Spotify.

00:40:54: Mehr Informationen zu mir und meiner Arbeit findest du auch www.applesport.de www.education-mines.com

00:41:02: und

00:41:03: auf linken den.

00:41:05: Alle Links findest du immer auch in den Shownotes!

00:41:10: Ich freue mich, dich auch hier in der nächsten Episode wieder mit dabei zu haben.

00:41:14: Bis dann dein Gastgeber

00:41:16: Ivo Wüst.

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