#163 Ein Second Brain mit KI aufbauen - Yvo Wüest

Shownotes

Eine Posada ist im Kuba der Neunzigerjahre ein staatliches Stundenhotel: ein Zimmer, gemietet für drei Stunden, weil zu Hause kein Quadratmeter privat ist. Exakt dieses Bild steht am Anfang meines ersten Romans – und am Anfang dieser Solofolge.

Doch es geht um weit mehr als Literatur. Ich erzähle, wie ich gerade mein «zweites Gehirn» mit KI aufbaue: ein digitales Gedächtnis, in dem nichts mehr verloren geht und in dem Gedanken endlich miteinander sprechen. Und wie ich das konkret mit Claude tue – nicht als Textautomat, sondern als kritischer Denkpartner, der mir hilft, mein Wissen zu verdichten und zu verknüpfen.

Für dich als Bildungsfachperson ist das keine blosse Werkstattgeschichte. Es ist eine Lernkompetenz, die deine Teilnehmenden dringender brauchen als jedes weitere Tool. Warum, das erkläre ich entlang von sechs Jahren Kuba, einem Roman über die Posadas und einem sehr ehrlichen Blick auf die Arbeit mit künstlicher Intelligenz. Am Ende verrate ich, wie dieses Vorgehen in meine aktuellen Trainings zu «KI in der Erwachsenenbildung» einfliesst.

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Blogartikel: “Second Brain - Warum ich gerade mein ganzes Wissen nach Obsidian umziehe” https://education-minds.com/blog/secon-brain-obsidian/ .

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Transkript anzeigen

00:00:00: Ein Anbieter sitzt auf meinen Gedanken.

00:00:03: Claude ist der Denkpartner, der mir beim Ordnen und Verdichten hilft.

00:00:07: Die Hoheit über das Wissen bleibt bei mir.

00:00:10: Diese Rollenteilung ist kein Detail!

00:00:13: Für mich ist diese Rollenteilen der Kern einer mündigen Arbeit mit Kali.

00:00:22: Herzlich willkommen zu einem neuen Episode meines Podcasts Education Minds, didaktische Reduktion- und Erwachsenenbildungen.

00:00:31: Ich bin Nivo Hirst Trainer und Fachbuchautor und unterstütze Unternehmen, Institutionen- und Bildungsorganisationen ihre Arbeit im Bereich der Erwachsenenbildung zu professionalisieren.

00:00:43: In diesem Podcast spreche ich mit kompetenten Gästen über innovative Formen der Bildungsarbeit.

00:00:49: Du gewinnst wertvolle Hinweise und Inputs rund um das Thema didaktische Reduktion und Erwachsenenbild.

00:00:56: Ich freue mich dass du heute wieder mit dabei bist!

00:01:02: Eine schmale Tür in einem Hinterhof von Havanna.

00:01:05: Ablettern der Putz, irgendwo läuft ein Radio.

00:01:09: Hinter dieser Tür ein Zimmer!

00:01:11: Ein Bett?

00:01:12: Ein Ventilator?

00:01:13: Ein Waschbecken und an der Wand eine Uhr.

00:01:17: Denn das Zimmer gehört dir nicht für eine Nacht Es gehört dir für drei Stunden.

00:01:23: So eine Posada war im Kuba meiner Jahre ein staatlich geführtes Stundenhotel an den Paare gingen, die zu Hause keine Minute für sich hatten.

00:01:33: Weil dort die Großmutter im Wohnzimmer schlief?

00:01:36: Der Bruder im Flur – Die halbe Familie auf engstem Raum.

00:01:40: In einem Land in dem Privatheit Mangelware war wurde Intimität zur Sache der Verwaltung.

00:01:47: Drei Stunden Dann klopft es.

00:01:51: Was fragste ich vielleicht hat das mit künstlicher Intelligenz zu tun Mit einem zweiten Gehirn Mit deiner Arbeit als Bildungsfachperson.

00:02:01: Mehr hast du denkst?

00:02:03: Bleib dran!

00:02:05: Ich habe Anfang der neunzige Jahre sechs Jahre lang in Kuba gearbeitet.

00:02:09: Sechs Jahre, das ist keine Reise – Das ist ein Stück Leben.

00:02:14: Schon während meines Studiums, als ich Übersetzer und Sprachlehrer wurde, hatte ich mir einen Spezialgebiet gewählt, dass die meisten irritierte.

00:02:22: Kubaspanisch.

00:02:24: Kein Lehrbuch spanisch, sondern dieser schnelle verschluckte melodische Inselspanisch in dem das halbe S verschwindet und der Rest gesungen wird.

00:02:34: Diese Sprache hat mich nach Kuba gebracht, und Kuba hat mich nie wieder ganz losgelassen!

00:02:40: Heute schreibe ich noch vier Fachbüchern zur wachsenden Bildung an.

00:02:44: meinem ersten Roman – Arbeitstitel BOSADA ein Zimmer für drei Stunden Eine Familiengeschichte über mehrere Generationen erzählt entlang dieser eigenartigen Orte.

00:02:58: Denn in einer Bosada begegnet man nicht nur der Liebe Man begegnet einer ganzen Gesellschaft, dem Wohnungsmangel der Bürokratie.

00:03:07: Der Sehnsucht nach einem Quadratmeter, der nur einem selbst gehört.

00:03:12: Die Geschichte der Posada ist wenn man genau hinschaut eine Geschichte über das was Menschen tun wenn ihnen der private Raum fehlt.

00:03:20: und hier beginnt man eigentliches Thema heute denn so ein Roman isst ein Berg.

00:03:28: du kennst dieses Problem Wenn Du Wissen sammelst.

00:03:31: Ich habe Notizen aus sechs Jahren, Erinnerungen an Gesichter Sätze An Gerüche Historische Recherchen zur Wohnungspolitik Zeitungsausschnitte Interviews halbe Dialoge die mir nachts einfallen Figuren die über drei Generationen miteinander verwandt sind und dich auseinanderhalten muss.

00:03:51: Orte Jahreszahlen Familienlinien Das alles passt in keinen Kopf.

00:03:58: Unser Gehirn ist großartig im Denken und miserabel im Archivieren.

00:04:03: Es vergiss genau dann, wenn es darauf ankommt.

00:04:07: Der Halbsatz der gestern noch leuchtete ist heute weg.

00:04:11: Und ich sage dir ganz offen Über Jahre habe ich diese Schätze in dutzenden Dateien Notizbüchern und Mails verstreut gesammelt.

00:04:20: Ja sammeln konnte ich Wiederfinden nicht.

00:04:25: Das versuche ich gerade zu ändern.

00:04:27: Ich baue mir ein zweites Gehirn A second brain Ein digitales Gedächtnis außerhalb meines Kopfes, in dem nichts mehr verloren geht und wichtiger noch indem die Dinge miteinander sprechen.

00:04:41: Und ich baue es nicht allein!

00:04:43: Ich baue das mit

00:04:44: K.I.,

00:04:45: konkret, ich bau'e's mit Claude.

00:04:48: Jetzt aufgepasst Denn hier liegt der Lernwert für deine eigene Praxis... ...und ich räume auch gleich mit einem Missverständnis auf.

00:04:57: Wer KI hört, denkt meist an eine Maschine die Text ausspuckt.

00:05:01: Eine Art Automat oben Knopf unten Roman!

00:05:06: So arbeite ich nicht und so funktioniert es auch nicht.

00:05:10: Claude schreit meinen Roman nicht.

00:05:12: das wäre nicht mein Roman.

00:05:14: Claud hilft mir mein eigenes Denken zu ordnen.

00:05:18: dieser Unterschied ist wichtig.

00:05:20: Konkret sieht das so aus Ich werfe Claude einen Wust hin Ungeordnete Notiz über eine Begegnung in einer Bossada.

00:05:30: Drei Seiten Gedankenstrom und ich bitte nicht schreib das schön!

00:05:36: Ich bitte, hilf mir das auf seinen Kern zu bringen?

00:05:40: Was ist hier die eine Beobachtung, die trägt?

00:05:44: Aus drei Seiten wird eine klare eigenständige Notiz mit genau einem Gedanken – in meinen Worten mit meiner Stimme aber verdichtet.

00:05:54: Hey, das ist nichts anderes als die taktische Reduktion angewandt auf den eigenen Wissensbestand.

00:06:01: Das Wesentliche von unwesendlichen Trennen!

00:06:05: Was ist Hauptspeise?

00:06:06: Was ist nur Vor-Speise oder Nachspeise, mein altes Thema die taktische Reduktion plötzlich ganz nah?

00:06:15: Dann kommt der zweite Schritt und er ist tatsächlich ein interessanter und wichtiger Schritt.

00:06:20: ich frage Klot nicht nur was steht da sondern Ich frage womit hängt das zusammen?

00:06:27: diese Notiz über die Uhr an der Wand?

00:06:29: Verbindet sie sich mit meiner Recherche zur Wohnungsnot?

00:06:33: Verbindet Sie sich mit der Figur der Großmutter, Mit dem Motiv der gestohlenen Zeit?

00:06:39: Klotschlägt Verknüpfungen vor die ich übersehen hatte.

00:06:42: Manche verwerfe ich – die meisten davon verwerfe ich!

00:06:45: Manche treffen in schwarze.

00:06:48: So wächst kein Stapel so wächst ein Netz und in diesem Netz entstehen die Funken aus denen Buchkapitel werden Abgelegt wird das übrigens alles in schlichten Textdateien, die mir gehören und auf meinem eigenen Gerät bleiben.

00:07:03: Kein Anbieter sitzt auf meinen Gedanken!

00:07:07: Claude ist der Denkpartner, der mir beim Ordnen und Verdichten hilft.

00:07:11: Die Hoheit über das Wissen bleibt bei mir.

00:07:14: Diese Rollenteilung ist kein Detail – für mich ist diese Rollenteilation der Kern einer mündigen Arbeit mit KI.

00:07:24: Du fragst dich trifft mich das überhaupt?

00:07:27: Es trifft dich mitten ins Handwerk.

00:07:30: Denn was ich hier am eigenen Projekt durchspiele, ist genau die Kompetenz über die unsere Teilnehmenden am meisten klagen!

00:07:37: Sie haben nicht zu wenig Wissen – sie haben zu viel unzulängliches Wissen.

00:07:42: Sie haben gelesen, gehört, Kursebesuch gespeichert und finden nichts wieder.

00:07:48: Der Engpass liegt selten beim Aufnehmen, der Engpass liegt beim Wiederfinden und er legt beim Verbinden.

00:07:56: Du meist schon….

00:07:58: In dieser Podcastreihe bei Education Minds fasse ich am Ende immer die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

00:08:04: Drei Lehren nehme ich für unsere Profession, für die Bildungsarbeit aus der heutigen Solo-Folge mit!

00:08:11: Erstens.

00:08:11: KI ist im besten Fall ein kritischer Denkpartner – kein Dextautomat.

00:08:16: und genau so sollten wir KI unseren Lernenden zeigen.

00:08:20: Zweitens.

00:08:21: Wissensmanagement ist eine Lern- und Strukturierkompetenz keine Bürotechnik.

00:08:27: Wer sein eigenes Wissen ordnen kann lernt anders, lernt besser.

00:08:32: Und drittens das Wertvolle entsteht nicht im Sammeln sondern in Verknüpfen.

00:08:37: Ein Gedanke der allein steht ist tot ein Gedankel der zehn andere Gedanken berührt, der lebt.

00:08:46: und darum baue ich diese Erfahrung gerade in meine laufenden Trainings zu KI in der wachsenden Bildung ein auch nicht als trockene Theorie sondern als konkretes Vorgehen dass du Schritt für Schritt nachvollziehen kannst.

00:09:00: Wie richtet man so ein zweites Gehirn überhaupt ein?

00:09:03: Wie trennt man erfassen von Ordnen, damit man beim Notieren nicht erstickt?

00:09:09: Wie nutzt man Klo oder eine andere KI zum Verdichten ohne die eigene Stimme zu verlieren?

00:09:15: und wie macht man aus losem Notizen ein Netz das einem beim Denken hilft?

00:09:21: Ich zeige das am lebenden Objekt an meinem Kubermaterial Mit allen Umwegen, die dazugehören.

00:09:29: Denn ich glaube nicht an Hochglanz-Demos bei denen alles auf Anhieb klappt – Ich glaube an ehrliche Werkstattarbeit!

00:09:37: Du siehst wie es am Schluss wirklich aussieht wenn ein Mensch mit einer KI seine im Moment noch Verstreutes Wissen ordnet.

00:09:44: Stockend manchmal und dann plötzlich mit einer Verbindung, die alles zusammenhält.

00:09:51: Eine Boshada gibt dir drei Stunden Dann ist die Zeit vorbei.

00:09:55: ob du willst oder nicht.

00:09:58: Diese Stundenhotel sind Kuba, das ist doch ein hübsches Bild für unser Verhältnis zu wissen.

00:10:04: Es ist immer knapp – immer auf der Uhr!

00:10:08: Immer in Gefahr zu entgleiten.

00:10:10: Ein zweites Gehirn ist mein Versuch dieser Flüchtigkeit etwas entgegenzusetzen.

00:10:16: Es geht nicht darum noch mehr Wissen zusammen und zu Horten, es geht darum freier flexibler denken zu können.

00:10:23: Und Claude ist dabei nicht der Autor.

00:10:25: Claude is der ruhige Partner der mir hilft, das Wesentliche zu finden.

00:10:32: Ich bin gerade mitten im Aufbau und ich nehme dich gerne mit auf diesen Weg!

00:10:36: Wenn dich interessiert wieso ein System konkret entsteht schreibt mir, frag nach, abonnier meinen Newsletter auf den Punkt oder komm in eines meiner Trainings zur KI in der Wachsendenbildung.

00:10:48: Dort öffnen wir die Tür gemeinsam – und keine Uhr klopft uns nach drei Stunden hinaus.

00:10:55: Ach ja… Du möchtest diesen neuen Roman lesen, sobald er veröffentlicht wird?

00:11:00: Frag dich unten in die Liste ein damit du als Erste davon erfährst.

00:11:05: Hasta pronto!

00:11:26: Alle Links findest du immer auch in den Show-Notes.

00:11:30: Ich freue mich, dich auch hier in dem nächsten Episode wieder mit dabei zu haben!

00:11:34: Bis dann – dein Gastgeber Ibo Wüst.

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